Transatlantic: KaLIVEoscope – das Konzert in der Rückschau und auf Bluray

Transatlantic: KaLIVEoscope – das Konzert in der Rückschau und auf Bluray

Heute ist sie endlich gekommen, die KaLIVEoscope-Bluray. Vor nun über einem halben Jahr, genau genommen am 9. März 2014, waren wir mit gemischten Gefühlen auf dem Transatlantic-Konzert in Köln – doch dazu später mehr. Wir waren aber die letzten Tage dann doch voller Vorfreude, da es ja selten der Fall ist, dass genau das besuchte Konzert auch auf Video erhältlich ist. Zunächst ist anzumerken, dass alle positiven und negativen Eindrücke, die wir vom Konzert noch im Kopf hatten, sich auf der Bluray auch ähnlich wieder fanden.

Erste Eindrücke

Direkt zu Anfang der Bluray fiel uns auf, was fehlte: in Köln hatten Transatlantic sich durch ein relativ äußerst langes Kaleidoskop-artiges Intro ankündigen lassen, passend zum Titel von Album und Tour. Dieses war aber nicht gut gelungen und mit circa 10 Minuten Laufzeit äußerst lang geraten. Das sahen nicht nur wir so: es wurde unruhig, einzelne Zuschauer begannen dazwischenzurufen und auch zu pfeifen. Das Intro hat es nicht auf die Bluray geschafft – es ist nicht schade drum.

Leider ist der erste Eindruck von dem was auf der Bluray ist, dann auch nicht viel besser: es handelt sich hierbei offenbar um eine Low-Budget-Produktion, die zwar viele Kameraperspektiven verwendet, allerdings fast durchgängig in schlechter Qualität, die von Komposition, Kameraführung und Bildqualität fast an ein Bootleg erinnert. Wenn der Zuhörer aber die Augen schließt, ist all das Vergessen: der Sound ist sehr gut und Transatlantic sind auch live einfach Spitzenmusiker! Das schlechte Bild lenkt unangenehm vom eigentlich Wesentlichem – der Musik – ab. Das heißt: als Live-CD ist das Ganze sehr professionell und grandios (dafür ist es mit circa 45 Euro allerdings etwas teuer). In der Limited Deluxe Edition bietet die Box passenderweise neben der Bluray (nebst Ausfertigung als Doppel-DVD) ein Set von drei CDs, die allerdings Aufnahmen aus Tilburg, nicht Köln sind.

Was gut ist: die Musik!

Wie nicht anders zu erwarten, ist die Musik selbst äußerst überzeugend: Roine Stolt (Gitarre, Flower Kings), Pete Trewavas (Bass, Marillion), Neal Morse (Keyboard, ex-Spock’s Beard, Flying Colors) und Mike Portnoy (Drums, ex-Dream Theater, ex-Adrenaline Mob, Flying Colors, Winery Dogs) können nicht nur als Einzelmusiker, sondern auch als Band überzeugen. Als Glücksgriff erweist sich außerdem Ted Leonard (Spock’s Beard, Enchant), der die Band zu jedem Zeitpunkt an Gitarre, Keyboard, Percussion und gesanglich hervorragendunterstützt und bei „We All Need Some Light“ glänzend hervorsticht.

Allerdings fällt auch auf, dass Neal bei seinen Gesangspassagen etwas heiser wirkt. Insgesamt schien die ganze Band etwas müde, aber auch angespannt zu sein. Das Ganze wirkt streckenweise etwas steif; der Einzige, der versucht, mit dem Publikum zu interagieren, ist Mike Portnoy. Das Publikum ließ sich davon aber nur sehr allmählich zum Mitmachen animieren.

Die Extras

Auf der Bluray (und zweiten DVD) finden sich auch einige Extras, wie eine Dokumentation und einzelne Aufnahmen von Titeln, die in Tilburg, aber nicht in Köln gespielt wurden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Coverversionen von „Nights in White Satin“ (The Moody Blues), sowie „Hocus Pocus“ und „Sylvia“ von der niederländischen Gruppe Focus. Bei den beiden letztgenannten Titeln trat Thijs van Leer als Gastmusiker auf. Insgesamt wirken die Tilburg-Aufnahmen deutlich entspannter und mit mehr Spielfreude, wie wir es uns auch in Köln gewünscht hätten.
Das Ganze kommt in einer sehr hochwertigen Box mit zwei CD-Schubern, die sich stilistisch gut neben die „Whirld Wind 2010“ einreiht.

Wertung Bluray: 6/10
Wertung CD: 9/10